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29.10.2011
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Wilhelm Solms erhält Wildweibchenpreis
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Renommierter Literaturpreis geht an Marburger Wissenschaftler
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Phantastische Welten und Tiere sowie Tiergestalten sind die Themen, mit denen sich der Marburger Professor und Vizepräsident der Europäischen Märchengesellschaft, Prof. Wilhelm Solms, beschäftigt. Mit diesen Schwerpunkten seiner Forschung passte Solms hervorragend zum diesjährigen Motto der Reichelsheimer Märchen- und Sagentage. Es lautet „Böser Wolf und rote Rosen – Tiere und Pflanzen im Märchen“. So war es nur folgerichtig, dass der Wissenschaftler von der gestrengen Jury des Wildweibchenpreises in diesem Jahr zum Preisträger gekürt wurde.
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Solms hat international anerkannte Beiträge zur germanistischen Märchenforschung veröffentlicht und zahlreiche Märchentagungen geleitet. Eine frühere Preisträgerin, Sigrid Früh, selbst anerkannte Märchen- und Sagenforscherin, ließ es sich nicht nehmen, die Laudatio für den Kollegen zu halten, mit dem sie zudem freundschaftlich verbunden ist. „Du hast diesen Preis mehr als verdient,“ sagte Sigrid Früh, „einen großen Teil deiner wissenschaftlichen Arbeit hast du den Märchen gewidmet.“ Solms habe einen wichtigen Beitrag für die Märchenforschung geleistet
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Beispiele seiner analytischen Betrachtung bekannter Märchen, die eine große Prise Humor beinhalteten, brachte der Preisträger dann in seiner Dankesrede dem Publikum näher. Aus seiner Sichtweise beschreiben Märchen häufig keineswegs die nette Welt, die in den Geschichten oft suggeriert werde, wenn der Erzähler mit den Worten schließt: Und so lebten sie noch glücklich und zufrieden bis zu ihrem Ende. Keineswegs sei es in allen Märchen harmonisch zugegangen. Der Frosch wollte die Prinzessin vergewaltigen, analysiert Solms, sie wollte ihn töten, bei Schneewittchen verliebt sich der König in den schönen Körper einer Scheintoten.
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Für viele Forscher, so Solms, seien so einfache Beobachtungen eine Provokation, da sie nicht in ihre Theorien passten. Die Reichelsheimer Jury, so Solms mit Augenzwinkern, habe seine Analyse jedoch nicht abgeschreckt und so danke er sehr für die beliebte Auszeichnung.
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Zum 16. Mal wurde der Wildweibchenpreis verliehen. Er besteht aus einer Urkunde, einem finanziellen Dotierung und einer Skulptur, die ein Unikat darstellt. In diesem Jahr wurde die Figur aus bis zu 100.000 Jahre altem Mammutelfenbein aus dem sibirischen Permafrost- boden von der Künstlerin Julia Lucas angefertigt, die auf der Berufsschule Odenwaldkreis ihre Gesellenprüfung abgelegt hat und sich zurzeit als Stipendiatin im Deutschen Elfenbeinmuseum Erbach auf die Meisterprüfung im Elfenbeinschnitzerhandwerk vorbereitet. Der Preis wurde von der Sparkasse Odenwaldkreis gestiftet und durch Direktor Uwe Klauer übergeben.
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