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Reichelsheimer Märchen- und Sagentage

vom 28. bis 30. Oktober 2016
Motto: Als das Wünschen noch geholfen hat

Copyright © 2016
 Ch. und K. Frank,
christa@frank-laudenau.de,

Letzte Aktualisierung:
16.09.2016

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Ellen Schmid, Mitglied des Organisationsteams
Das literarische Programm der Märchentage 2016

Prof. Kristin Wardetzky, BerlinIn diesem Jahr wird er Reigen der Erzählungen und Vorträge in der Langen Nacht der Märchen durch die designierte Preisträgerin Prof. Dr. Kristin Wardetzky eröffnet. Als Wissenschaftlerin und Erzählerin hat sie ihre Zuhörer schon bei vorangegangenen Märchentagen in Reichelsheim begeistert. Nach ihrem Studium der Germanistik, Anglistik und Pädagogischen Psychologie und ihrer Promotion lehrte sie an verschiedenen Hochschulen. Die Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Arbeit sind die Theaterpädagogik und die Verarbeitung von Volksmärchen und Mythologie durch Kinder und Jugendliche. Die Arbeit in Schulprojekten, Sprachförderung und Integration sind weitere wichtige Tätigkeitsfelder. Sie wurde dafür bereits von der Märchenstiftung Walter Kahn mit dem Europäischen Märchenpreis 2015 ausgezeichnet und bekam 2015 das Bundesverdienstkreuz.
Ihre Erzähltechnik ist geprägt von Witz und Charme, was sich unschwer vom Titel ihres Vortrags ablesen lässt. Er heißt „Wie kann eine Tasse zum Objekt der Begierde werden? Wie kann eine Tasse Menschen beinahe um den Verstand bringen? Ein Märchen, erzählt in den Weiten Kurdistans, bringt es an den Tag!“.

Dr. Barbara GobrechtIhr folgt Frau Dr. Barbara Gobrecht, eine Berlinerin, die in der Schweiz lebt und 2011 schon einmal mit einem Vortrag in Reichelsheim war. Sie ist Vorstandmitglied der Schweizer Märchengesellschaft und des wissenschaftlichen Beirats der Europäischen Märchengesellschaft. Nach ihrem Studium der Romanistik und Slavistik an der FU Berlin widmete sie sich der Märchenforschung und publizierte z. B. in der „Enzyklopädie der Märchen“. Das diesjährige Motto „Als das Wünschen noch geholfen hat“ ist wie für sie zugeschnitten, weil sie den ersten internationalen Kongress in der Schweiz zum Thema „Der Wunsch im Märchen“ ausgerichtet hat. Der Titel ihres Vortrages lautet „Wünsche, die in Erfüllung gehen? Von Paten, Feen und Wunschbäumen“.

Prof. Dr. Heinz RöllekeDas Programm wird hochkarätig fortgeführt von Germanist und Grimm-Spezialist Prof. Dr. Heinz Roelleke, der in Reichelsheim durch viele Vorträge als geistreicher und unterhaltsamer Märchenforscher und –interpret bekannt ist und mit vielen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurde, auch mit dem Wildweibchenpreis. Er widmet sich nicht nur den Wünschen, sondern auch den Verwünschungen in den Märchen der Brüder Grimm unter der Überschrift „…und er sollte sich lieber nichts wünschen“.

Odile Nèri-KaiserDen Abschluss des Abends gestaltet Odile Néri-Kaiser mit Märchen aus Frankreich unter dem Titel „Die Märchen sind die Gärten der Feen“. Frau Néri-Kaiser lebt seit vielen Jahren in Weil der Stadt in der Nähe von Stuttgart und ist als Erzählerin in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie bei anderen Veranstaltungen hoch angesehen. Ihr Vortrag schlägt Brücken zu dem Nachbarland Frankreich, das ihre Heimat ist und ihrem Vortrag einen liebenswerten und charmanten Zungenschlag verleiht, der durch ihre lebendige Körpersprache und Gestik ergänzt und in der Wirkung verstärkt wird.

Die Vortragsreihe am Samstag wird eingeleitet von Prof. Kristin Wardetzky. Zu ihren Forschungen gehört auch die Beschäftigung mit der Rezeption von Märchen und volkskundlichen Stoffen durch Kinder und Jugendliche. Unter dem Titel „Geschafft!“ spricht sie über Wünsche und Wunscherfüllungen in kindlichen Märchenphantasien. Mit diesem Vortrag spricht sie ein breites Publikum an, also auch Eltern, Erzieherinnen, Lehrer und andere, die mit Kindern arbeiten, und natürlich alle, die sich ohnehin mit Märchen, ihren Aussagen, Motiven und Wirkungen beschäftigen. Da sie sehr lebendig und anschaulich spricht, kann man sich auf ihre Ausführungen nur freuen.

Prof. Hans-Jörg UtheÜber das Paradebeispiel des Wunschmärchens, nämlich „Das Märchen vom Fischer und seiner Frau“, referiert der Literaturwissenschaftler und Erzählforscher Prof. Dr. Hans-Jörg Uther. Sein Thema heißt „Von der Vermessenheit des Wünschens“. Das Märchen, ursprünglich in plattdeutscher Sprache, wurde den Brüdern Grimm von dem Maler Philipp Otto Runge nach mündlicher Überlieferung schriftlich übermittelt. Im Laufe der Zeit hat es viele Interpretationen erfahren, die vom Hochmut der unersättlichen Menschen über die Bestrafung der Maßlosigkeit bis zur Untersuchung der Geschlechterrollen reichen.
Prof. Uther wird uns seine Sicht in Wort und Bild vorstellen. Er hat sich mit Stoff- und Motivforschung beschäftigt und wurde für seine Forschungen und Publikationen mit vielen Preisen ausgezeichnet. Er ist Träger des Brüder-Grimm-Preises der Universität Marburg und des Europäischen Märchenpreises der Märchenstiftung Walter Kahn. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen gehören zwei Editionen von Grimms Märchen, die Mitarbeit in der Enzyklopädie des Märchens und die leider vergriffene Reihe „Märchen der Weltliteratur“ im Verlag Eugen Diederichs.

Prof. Kristin Wardetzky, BerlinSchließlich stellt sich in einer Autogrammstunde die diesjährige Preisträgerin Prof. Kristin Wardetzky dem Publikum vor und spricht auch über ihre Werke, bevor ihr dann beim Festabend der Wildweibchenpreis verliehen wird.
In ihren Publikationen, die teilweise in Sammelwerken und Zeitschriften erschienen sind, beschäftigt sie sich mit Theaterpädagogik, Märchenrezeption und Erzähltechnik.

Gudrun Rathke, FrankfurtDie literarischen Veranstaltungen am Sonntag sind traditionsgemäß besonders für Familien und Kinder geeignet. Sie werden eingeleitet von Gudrun Rathke aus Frankfurt, die das Erzählen von Märchen nach ihrer Ausbildung im Buchhandel und ihrem Studium zu ihrem Hauptberuf gemacht hat. Ihr wurden die Märchen und der phantasievollen Umgang mit Geschichten in die Wiege gelegt und sie erzählt bei unterschiedlichsten Gelegenheiten und vor verschiedenen Altersgruppen. Ihr Thema in diesem Jahr heißt „Mühle, Mühle mahle mir frische Semmeln für und für - Die Zaubermühle und andere Märchen vom Wünschen“

Carola Graf, HimmelstadtWildweibchenpreisträgerin Karola Graf kommt wieder mit ihrem Märchenkoffer, der immer allerlei Symbole und Märchenutensilien enthält. Unter dem Motto „Wünsch dir was“ stellt sie Wünsche ganz praktisch in den Mittelpunkt und lässt das Publikum selber aussuchen, was sie erzählen soll. Dabei spielt natürlich der Koffer eine besondere Rolle.

Odile Nèri-KaiserIm direkten Anschluss daran stellt Odile Néry-Kaiser unter ganz ähnlicher Überschrift nämlich „Wünsch dir was“ den richtigen Umgang mit den richtigen Wünschen vor und erzählt dazu in ihrer lebendigen und mit französischem Charme ausgestatteten Art verschiedene Märchen.

FederlinEine Besonderheit in diesem Jahr ist das Märchen „Federlin“, das passend zu der Sonderausstellung von Papierkleidern von Charlotte Johansen erzählt wird. Sie stellt die sehr eleganten und aufwändig gearbeiteten Papierkleider selbst her. Ihr Vortrag wird von Musik und Gesang begleitet.

Mariele Syllwasschy, SteinauAus der Brüder-Grimm-Stadt Steinau an der Straße kommt zum wiederholten Mal die Stadtführerin und Märchenerzählerin Mariele Syllwasschy nach Reichelsheim.
Ihr Beitrag heißt „Ihr seid zwar arm, aber voller Mitleid und Gutherzigkeit, darum will ich euch drei Wünsche erfüllen“.

Heike Berg, BrensbachSchließlich beendet die Erzählerin Heike Berg aus Brensbach den Tag und die literarischen Veranstaltungen insgesamt mit drei Märchen der Brüder Grimm, die noch einmal das Motto der diesjährigen Märchentage beispielhaft darstellen: „Der Fischer und seine Frau“,“ Der Arme und der Reiche“ und „Die Lebenszeit“.

Außer den hier vorgestellten Vorträgen, Lesungen und Erzählungen finden viele Veranstaltungen in den Straßen und auf den Plätzen des Mittelaltermarktes statt. Gaukler und Märchenerzähler unterhalten auch hier die großen und kleinen Besucher. Genannt werden müssen auch die unterschiedlichen Aufführungen von Kindertheatern und die Aktivitäten verschiedener Ortsvereine und regionaler Gruppen, die sich alljährlich in das Programm einbringen. Dass sie sich jedes Jahr etwas Neues einfallen lassen und sich viel Zeit dafür nehmen, freut das Publikum und die Veranstalter.

Ellen Schmid ist Mitglied im Organisationsteam

Informationen  bei Jochen Rietdorf, Gmd. Reichelsheim, Bismarckstraße 43,
64385 Reichelsheim,
maerchentage@reichelsheim.de,Telefon 06164 / 508-26 

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