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Wildweibchenpreisträger 2010
Reinhard Michl
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Eine achtköpfige Jury unter der Leitung des Reichelsheimer Bürgermeisters hat den Preisträger für den 15. Wildweibchenpreis ermittelt. Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung im Oktober dieses Jahres wird der Illustrator Reinhard Michl den begehrten Jugendbuchpreis erhalten.
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Mit ihm wird nach Sabine Friedrichson zum zweiten Mal ein Künstler ausgezeichnet, der sich vorwiegend mit Buchillustration und Grafik beschäftigt und sich international einen Namen gemacht hat. Seine Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, viele der von ihm illustrierten Bücher standen auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendbuchpreis.
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Reinhard Michl lebt in München. Nach einer Schriftsetzerlehre studierte er dort an der Akademie für Bildende Künste. Nach verschiedenen Auslandsaufenthalten begann er mit der Illustration von Bilderbüchern und Bildergeschichten für ARD und ZDF. Zu zwei Büchern schrieb er auch die Texte. Seine bekanntesten Figuren sind wohl der Findefuchs, der Wuschelbär und Wanja von „Es klopf bei Wanja in der Nacht“ sowie seine Illustrationen zu verschiedenen Tiergedichten und –geschichten, wobei es ihm vor allem Katzen, Bären und Schweine in allen Lebenslagen angetan haben.
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Michls Bilder sind, ebenso wie die von ihm bearbeiteten Stoffe, geheimnisvoll, poetisch und dabei witzig bis frech und allemal geeignet, die Fantasie von Kindern und Erwachsenen anzuregen und Begeisterung auszulösen. Dabei ist Reinhard Michl ein sehr vielseitiger Zeichner mit sehr unterschiedlichen Stilmitteln. Ob hingekritzelt oder liebevoll ausgearbeitet, seine Bilder treffen den Nagel auf den Kopf.
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Zeitlich passend zu den Märchentagen wird eine zweibändige Märchensammlung mit seinen Zeichnungen bei dtv erscheinen..
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Die achtköpfige Jury des Wildweibchenpreises setzt sich zusammen aus Mitgliedern, die alle beruflich, freiberuflich oder auch privat eng mit dem Thema Buch befasst sind und einen Überblick über den aktuellen Buchmarkt haben. So bestimmen ein pensionierter Dekan, die Kreisarchivarin, eine Buchhändlerin, eine Bibliothekarin, eine Lehrerin, eine Kunsthistorikerin und eine Redakteurin des Hessischen Rundfunks mit dem Bürgermeister die jährlichen Preisträger. Die ausgezeichneten Autoren und Künstler müssen sich entweder auf intensive Weise mit der Märchen- und Sagenforschung beschäftigt oder märchenhafte Erzählungen geschrieben oder illustriert haben, die geeignet sind die Phantasie des Lesers anzuregen.
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Woher stammt der Begriff „Wildweibchen“? Eine Steinformation bei der Ruine Rodenstein nahe Reichelsheim beherbergte einst zwei wilde Weibchen, so geht die Sage, die Alten und Kranken geholfen haben sollen. Der Volksmund nennt die Granitblöcke "Wildweibchenstein", denn die wilden Weibchen saßen oft vor den Steinen und kämmten sich ihr wildes Haar. Bei den Bewohnern in der Umgebung waren sie gut bekannt, halfen allen guten und fleißigen Menschen, zeigten ihnen Pflanzen mit besonderen Heilkräften und brachten den Bräuten zur Hochzeit Geschenke.
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Nachdem sich die Menschen ihrer Wohltätigkeit nicht mehr würdig erwiesen hatten, verschwanden die Wildweibchen in grauer Vorzeit und fungieren nun als Namenspatronen für den von der Gemeinde jährlich vergebenen Märchenliteraturpreis.
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Ellen Schmidt / Dieter Hörnlein
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